Das Amt für Umwelt und Energie in Basel hat uns den Auftrag erteilt, am Open Air Basel (14.8. – 15.8.2015 | Kasernenareal) einen Pilotversuch zur aktiven Lärmminderung durchzuführen. Die Simulationen im Vorfeld liessen sahen vielversprechend aus.

Am 14.8. war’s dann soweit. Ausgerüstet mit 7 Audioprozessoren, 3 Computern und 24kW RMS Verstärkerleistung ging’s ans Werk. HELL YEAH, BABY – die Bässe konnten durch ein zweites Subarray, welches hinter dem Publikum stand, um 6-20 dB gemindert werden.

Das Open Air auf dem Kasernenareal – und somit mitten in Basel – fand dieses Jahr zum 6ten Mal statt.

Rocket Science GmbH erhielt vom Amt für Energie und Umwelt des Kantons Basel-Stadt den Auftrag, im einem Pilotversuch die Machbarkeit und Wirksamkeit aktiver Lärmminderungsmassnahmen (active noise control | ANC) zu testen. Wir freuten uns sehr über diesen Auftrag, da ein solcher Aufbau genügend komplex ist und gemäss europaweiten Umfragen auch noch nie wirklich umgesetzt worden ist.

Auf dem Bild das Subarray (Bass-Array) der Hauptbühne, sozusagen die Quelle, deren tiefe Frequenzen hinter dem Publikum ausgelöscht werden sollten… N ordentliches Cardio Setup – geplant und realisiert von smARTec.

Mit Enthusiasmus wurde die ganze Anlage geplant, respektive Kriterien zur Planung erarbeitet und simuliert.

Für Simulationen wurde MAPP XT von Meyer Sound herangezogen.

Die Arbeitsschritte waren die Simulation und Optimierung des main arrays (headroom, radial steering, spatial aliasing), sowie das Design und die Parametrierung eines zweiten Subarrays (ANC array) mit gleichen Eigenschaften (dispersion, headroom) wie das main array.

Das main array bestand aus 16 K&F Subs (NOMOS XLC und Sequenza) – das Array für ANC ebenfalls aus 8 NOMOS mit einer Leistung von insg. 24 kW RMS zum Auslöschen des mainlobes des main arrays.

ANC Array aus 8 NOMOS XLC mit 24 kW Leistung am hinteren Rand des Festivalgeländes.

rocket science’s Arbeitsplatz:

24 kW Bässe, 7 DSPs (darunter eines unserer eigenen Geräte ‚rocket science blackDSP‘ zur Berechnung der langen FIR Filter und temperaturabängigen Delayzeiten), 3 Notebooks, 2 Ingenieure, und etwas zum Essen…

Der Moment, in dem sich unsere Mimik von angestrengt-nachdenklich zum ersten Mal in Richtung ‚HELL YEAH – IT’S WORKING‘ entspannte…

Die Bässe werden im Betriebsbereich des ANC Array wirksam abgesenkt. Dies resultiert in 6-15 dB geringeren Immissionen in der Nachbarschaft, wobei die lautesten Bassfrequenzen um 12 dB reduziert werden können. Dies entspricht einem empfundenen ‚weniger als halb so laut‘ und energetisch einer Reduktion der Schallenergie von circa 95%. (!)